Typen

Bezeichnet die Menge der einzigartigen Wörter in einem Korpus, unabhängig wie oft sie tatsächlich vorkommen.

Unterschied Stamm und Lemma

Klausuraufgabe

Satz in Fragmente spalten.
Beachte Beispiel für 2. und 3. :
manche Tokens werden. mehrfach gezählt um stets vollständige Fragmente zu erhalten.
z.B. “Ist ein” bei Trigramm

Language Model Evaluation

Bei der intrinsischen Bewertung wird die Leistung des Modells automatisch bestimmt, anhand verschiedener linguistischer oder statistischer Merkmale.
Extrinsische Evaluation erfolgt anhand der Qualität von Übersetzungen oder anderen Arbeiten durch Menschen oder LLMs.

Seien für den Satz “Der Hund bellt” die Worte mit einer Wahrscheinlichkeit von vorhergesagt worden, so ist die Perplexity:

Mit diesem Wert können Modelle relativ zueinander verglichen werden.

Part Of Speech

Auch “Wortarten”.
Wörter derselben Part of Speech zeigen ähnliche Syntaktische Rollen in Sätzen.

PoS Tagging

Part of Speech Tagging ist die Zuordnung von Wörtern zu ihren Wortarten.

Die “Penn Treebank PoS Tags” ist eine Sammlung an Tags. Mit ihr kann Sprache in 45 Tags klassifiziert werden.

Automatisches Tagging

Stochastisch

Der HMM (Hidden Markov Model) arbeitet mit N-Gramm Häufigkeiten und maximiert die Wahrscheinlichkeit , dass ein aktuelles Tag im aktuellen Kontext zum aktuellen Wort passt.

Hybrid

Mit “Brill Taggern” werden beide Ansätze kombiniert.

  1. Initiales Tagging anhand von einem einfachem Lexikon
  2. Regelgenerierung, es werden häufige Fehler mit Regeln korrigiert die manuell erstellt sind oder aus dem Korpus gelernt wurden.
  3. Transformation:
    Spezifische Anpassung zur Fehlerkorrektur
  4. Iterative Verfeinerung

Evaluation von Taggern

  • Angemessenheit bewerten
  • Ursprung von Fehlern identifizieren
  • Häufige Fehler werden mit Konfusionsmatrix erkannt

Die Matrix ist groß, da viele Tags vergeben werden können, es wird jeweils die Rate eingetragen mit der ein Paar an Tags verwechselt wird.
So können Fehler präzise erkannt und gezielt ausgebessert werden.

Definition: Syntax

Die Anordnung von Wortarten (Part Of Speech) folgt typischerweise festen Mustern.

Satzglieder

Satzglieder können durch hinzufügen verschiedener Details länger oder kürzer werden.

  • is playing”
  • is playing”

Nominalphrasen

Bestehen nur aus einem Nomen und seinen Begleitern

  • “The big house”
  • “A beautiful garden”
  • “Robert”

Verbalphrasen

Sind Phrasen die ein Verb in einer beliebigen Form enthalten.
Im Englischen gibt es neun häufige Typen von Verbalphrasen.

Chomsky Hierarchie

  1. Rekursiv aufzählbare Sprachen
    Von Turingmaschine akzeptiert
  2. Kontext-sensitive Sprachen
    Von Linear beschränkten Turingmaschine akzeptiert
  3. Kontextfreie Sprachen
    Von Kellerautomaten akzeptiert
  4. Reguläre Sprachen
    Von deterministisch endlichen Automaten akzeptiert

Die natürlichen Sprachen können mit Kategorie 2, den Kontextfreien Sprachen abgebildet werden. Dabei sind die Terminalsymbole die PoS Tags und die Nicht-terminale sind u.A. die verschiedenen Satzglieder und deren Unterklassen.

Probabilistisches Parsing

In einer Probabilistischen, kontextfreien Grammatik (PCFG) hat jede Produktionsregel die Form .
Dabei gibt die Wahrscheinlichkeit an, dass verwendet wird.

Die Summe der Wahrscheinlichkeiten für alle Produktionsregeln aus muss ergeben. Exakte Werte für die Produktionsregeln können aus dem Korpus ermittelt werden.

Limits

“I ate Pizza with olives” und “I ate Pizza with friends” sind grammatikalisch sehr ähnlich, wobei Oliven als Zutat und Freunde als Begleitung interpretiert werden sollten. Diese Abhängigkeit wird ignoriert, die Bäume werden nur nach den Häufigkeiten im Korpus gebildet.

Dabei ist die Bedeutung oft eine andere als die bloße Summe der einzelnen Wörter.
“Jemandem einen Bären aufbinden”

Typen von Bedeutungsrepräsentation

Es gibt fünf Typen von Bedeutung

  1. Kategorien
    Spezifische Objekte oder Entitäten
    Firmennamen, Standorte oder Gegenstände
  2. Ereignisse
    Handlungen oder erlebte Phänomene
    ‘einen Film ansehen’
  3. Zeit
    Genaue oder Referenzzeitpunkte
    Nächste Woche, 9:30 Uhr
  4. Aspekte
    Darstellen von Fakten oder Beschreiben von Aktionen
    ‘Jane läuft’, ‘Das Buch ist interessant’
  5. Überzeugungen / Wünsche und Absichten
    ‘Ich halte deine Aussage für realistisch’

Semantische Verarbeitung

Unterschiedliche Fragen benötigen für eine sinnvolle Antwort eine große Menge an Semantischer Verarbeitung.
Bei korrekter Umsetzung kann ein System auch Schlussfolgerungen aus Wissen ziehen um unbekannte Aussagen zu bewerten.
If John is in the classroom, and Mary is sitting next to him, then Mary is also in the Classroom

Kenntnis eines Konzepts

“What is the Meaning of NLP”

Hintergrundwissen eines Konzepts

“How does the N-gram model work”

Kenntnis eines Konzepts und unterschiedliche Relevanz zu verschiedenen Zeitpunkten

“Does the Turing Test still exist”

Einbindung von Weltwissen neben Informationen zum Subjekt

“Why do we need to study self-awareness in AI”

Wissen um Umstände des Nutzers neben Welt- und Faktenwissen

“Should I study AI”

Darstellung von Bedeutung

Um eine effektive Repräsentation zu gewährleisten müsse drei Faktoren erfüllt sein.

  • Verifizierbarkeit
    Aussagen können durch Vergleiche mit anderem Weltwissen oder durch logische Schlussfolgerungen als Wahr oder Falsch erkannt werden.
  • Umgang mit Mehrdeutigkeit
    Die Fähigkeit die richtige der möglichen Bedeutungen zu erkennen.
  • Vagheitsüberlegungen
    Manche Begriffe wie ‘groß’ haben keine klaren Grenzen. In unterschiedlichen Situationen kann die selbe Länge groß und klein sein.

FOPL

Die Aussage “Jack fährt einen Mercedes” lässt sich mittels Prädikatenlogik wie folgt darstellen

Semantische Netzwerke

Konzeptuelles Abhängigkeitsdiagramm

Frame-Based Representation

Kanonische Form

Eine kanonische Form bezieht sich auf eindeutig identifizierbare Objekte, die auf mehr als eine Weise dargestellt werden können.
Eine dieser Möglichkeiten wird als die bevorzugte (kanonische) Standard-Form (wie bei digitaltechnischen Schaltungen) bezeichnet.

In der Sprachverarbeitung können verschiedene Sätze mit identischer Bedeutung somit auch in einer Standardform gespeichert werden.

  • Jack eats KitKat
  • KitKat is what Jack eats
  • What Jack eats is KitKat

Schlussfolgerungen

Inferenz

Das Ableiten von neuen Erkenntnissen aus vorhandenen Informationen.

Teilt sich in Deduktion und Induktion.

Eine Inferenz ist im Allgemeinen gültig, wenn sie durch korrekte Schlussfolgerungen logisch aus Beweisen abgeleitet wird.

Kasusgrammatik

Die gleiche Bedeutung kann in unterschiedlichen Sprachen mit verschieden Strukturen und Wörtern codiert werden.
Die Kasusgrammatik ist ein System das die Beziehungen zwischen Subjekten, Objekten und der Valenz von Verben analysiert.

Die Grundlegenden Rollen einer Aussage bleiben gleich, unabhängig von der Sprache die verwendet wird um diese Information auszudrücken. Man spricht auch von Semantischen Rollen.

Valenz

Verben verlangen eine unterschiedliche Anzahl von Argumenten oder Satzteilen.

Kasusrollen

Laut Fillmores Theorie gibt es sechs Hauptrollen

  • Agent: Absichtlich Handelnder
  • Experiencer: Der Handelnde ohne Absicht
  • Theme: Das Objekt, das eine Veränderung erfährt
  • Instrument: Das Werkzeug mit dem die Handlung ausgeführt wird
  • Beneficiary: Person oder Objekt für die eine Handlung ausgeführt wird
  • To/At/From Loc/Poss/Time: Bezieht sich auf den Besitz von Dingen, Orten oder Zeiten

Komplikationen

Eine Syntaxeinheit kann mehrere Rollen annehmen
“Jack cut the Fish” mit ‘Jack’ als Agent vs. “A Knife cut the Fish” mit ‘A Knife’ als Instrument.

Ebenfalls können unterschiedliche Strukturen die selbe Rollenverteilung behalten.

Regeln der Kasusrollen

  • Es gibt Ausnahmen
  • Eine Kasusrolle pro Konstituente (Pro Subjekt / Objekt nur eine Rolle)
  • Keine doppelten Rollen.
    Innerhalb einer Regel darf keine Rolle mehrfach erscheinen
  • Koordinierung von NPs: Nur NPs derselben Kasusrolle können kombiniert werden. In “Der Lehrer und die Schüler sind hier” sind beide Subjekte Agenten

Semantische Analyse

Wörter können falsch interpretiert werden, dadurch wird die Verarbeitung deutlich erschwert.
Im Englischen gibt es für jedes Substantiv ca. 5-8 Synonyme.
Hat das Ziel ein tieferes Verständnis für die Struktur und Funktion von Wörtern innerhalb der Sprache zu entwickeln.

Homonymie

Wörter die gleich klingen, aber verschiedene Bedeutungen haben

Polysemie

Mehrdeutigkeiten desselben Wortes

Metonymie

Übertragung der Bedeutung durch Assoziation

Synonyme und Antonyme

Wörter mit sehr ähnlicher oder gegenteiliger Bedeutung

Hyponyme und Hypernyme

Unter- und Oberbegriffe

Komplexe Spracheinheiten

Symbolische Repräsentation

Stellt Logische Formeln durch inferelle oder Graphenbasierte Mechanismen dar.

Vektorielle Darstellung

Ordnet Wörter in einem hochdimensionalen Raum an, sodass Beziehungen als Abstände codiert werden. Beispielsweise ist der Verbindungsvektor zwischen Frankreich und Paris sehr ähnlich zu dem, der Deutschland und Berlin verbindet.

Word Sense

Die Wortbedeutung ist entscheidend für die Position im Vektorraum. Bei Homonymen würden beide Bedeutungen des Wortes separat im Raum positioniert werden.

Word Sense Disambiguation (WSD)

Syntaktische Mehrdeutigkeit wird durch PoS Tagging aufgelöst, WSD ist für die semantische Mehrdeutigkeit zuständig.

Ein Problem für die WSD sind die Unterschiedlichen Definitionen von Wörtern in verschiedenen Wörterbüchern.

PoS Tagging basiert auf der unmittelbaren Umgebung von Wörtern während WSD auch weiter entfernte Kontexte berücksichtigen kann.

Methoden

Wissensbasierte Methode

Rechnerisch Intensiv, benötigt aber keine Korpusevidenz.

Lesk-Methode

  1. Für jedes Wort im Kontext werden alle möglichen Bedeutungen aus einem Wörterbuch extrahiert
  2. Gemeinsame Wörter in den Definitionen des aufzulösenden Wortes und den umgebenen Wörtern werden gezählt
  3. Die Bedeutung mit der größten Überlappung wird akzeptiert.

Die Qualität der Ergebnisse hängt stark von der detailreiche der Definitionen im verwendeten Wörterbuch ab. Bei sehr komplexem Kontext kann die Genauigkeit ebenfalls sinken.

Überwachtes Lernen

Intensive Rechenressourcen und Korpusevidenz

Eine SVM kann eine Trennlinie zwischen den Bedeutungen eines Wortes finden. Hohe Genauigkeit wenn Trainingsdaten in ausreichender Menge vorhanden sind.

Semi-Überwachtes Lernen

Kombiniert geringere rechnerische Intensität mit Korpusevidenz

Kombiniert gelablelte und ungelablete Daten.
Beim “Bootstrapping” wird mit einer kleinen Menge Trainingsdaten gestartet und die Vorhersagen für unbekannte Wörter ebenfalls in die Trainingsdaten aufgenommen.

Hier besteht die Gefahr dass sich Fehler sehr großflächig fortpflanzen können.

Unüberwachtes Lernen

Unabhängig von Korpusevidenz und rechnerisch effizient

Keine Notwendigkeit für manuelle Annotation, die Bedeutung von Wörtern wird anhand von Ähnlichkeiten in Strukturen erkannt.

Da keine definierten Trainingsdaten vorhanden sind, kann hier die Genauigkeit des Modells nur schwer validiert werden.

Synsets

“Synonym Sets” sind Graphen die jeweils Synonyme mit einander verbinden

Pfadbasierte Ähnlichkeit

Der Abstand in der Bedeutung zweier Wörter kann anhand der Abstände in einem Synset erkannt werden.

Jedes Wort hat zu sich selbst den Abstand

Die Pfad-basierte Ähnlichkeit von zwei Knoten berechnet sich wie folgt:

Die Wortähnlichkeit berücksichtigt auch die verschiedenen Bedeutungen von Wörtern. Es wird die maximale Ähnlichkeit aller Kombinationen von Definitionen verwendet.

Term Dokument Matrix

Zeigt die Häufigkeit und Verteilung von Begriffen in einem Dokument.

Zeilen symbolisieren Wörter oder Begriffe die im Dokument vorkommen.
Spalten Repräsentieren Dokumente oder Sätze, die analysiert werden.
Zellen zeigen die Anzahl an Vorkommnissen eines Begriffs in einem Dokument.

As you Like itTwelfth NightJulius CaesarHenry VSherlock HolmesMoby Dick
Battle11815120
Soldier22123604
Fool37581537
Trick131133

Zwei Dokumente gelten als ähnlich, wenn sie ähnlich Wortverteilungen haben. Z.B. Julius Caesar und Henry V haben vergleichbare Worthäufigkeiten.

Einzelne Zeilen nennt man “Wort-Vektoren”.
Zwei Dokumente sind ähnlich, wenn sie ähnliche Wort-Vektoren haben.

Metriken

Pointwise mutual Information (PMI)

Vergleicht die Wahrscheinlichkeiten dass zwei Ereignisse gemeinsam auftreten mit der Wahrscheinlichkeit, dass sie unabhängig erscheinen.

Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wörter gemeinsam auftreten und die Wahrscheinlichkeit der Wörter im Text vorzukommen.

Worte die nur gemeinsam auftreten erhalten große positive Werte, während Worte die nur selten oder nie zusammen auftreten mit kleineren oder negative Zahlen versehen werden.

Positive Pointwise Mutual Information (PPMI)

Ist eine Variante von Pointwise mutual Information (PMI), wobei negative Werte ausgeschlossen durch ersetzt werden und somit ausgeschlossen sind.

Pragmatik und Diskursanalyse

Bezieht sich auf das Studium der Sprache im Kontext.

Koreferenzauflösung

Identifikation linguistischer Ausdrücke, die einer realen Entität im Text entsprechen. Erwähnungen werden durch korrekte Pronomen und Nominalphrasen ersetzt.

  1. “Jack saw Andrew in the examination hall. He looked nervous.”
  2. “Jack saw the student in the examination hall. He looked nervous.”

Im ersten Satz wird “he” eher auf Andrew bezogen, im zweiten eher auf den Student.

Weitere Phänomene

  • Kataphor
    Verweis eines Ausdrucks auf eine erst später auftretende Instanz
    “Wenn kommt, wird glücklich sein”
  • Antezedens oder Referent
    Verweis auf eine zuvor genannte Instanz.
    wird glücklich sein, wenn kommt”
  • Anapher
    Wiederholung eines Ausdrucks am Anfang aufeinanderfolgender Sätze
    ist glücklich. hat einen Hund.”

Kohärenz

Entity-basierte Kohärenzmodelle

Kohärenz wird gemessen, indem zentrale Entitäten über Äußerungen hinweg verfolgt werden.

  1. Helen ging zum Supermarkt, um ein Cello zu kaufen.
  2. Sie hatte den Laden schon lange besucht.
  3. Sie war erfreut, endlich das Cello zu kaufen.
  4. Sie stellte gerade fest, dass der Laden geschlossen ist.
  5. Es war der Laden, den Helen schon lange besucht hatte.
  6. Sie war erfreut, dieses Cello zu kaufen.
  7. Der Klang, des es erzeugt, ist wunderschön.
  8. Es war geschlossen, als Helen ankam.

Die zentrale Entität (CE) beginnt in 1-4 bei Hellen, wechselt dann vom Supermarkt zum Cello, bis sie in 8. wieder beim Laden endet.

Diskurssegmentierung

Definition

Bestimmung der kleinsten, nicht überlappenden Diskurseinheiten, auch “Elementare Diskurseinheiten” (EDUs)

Unüberwachte Diskurssegmentierung

Lineare Segmentierung von Rohdaten.

Was heißt Linear?

Bedeutet, dass der Text in Blöcke zerteilt wird, die ein Label erhalten. Es werden nicht einzelne Sätze zu zusammenhängenden Blöcken gefasst.

TextTiling

Basiert auf der Idee, dass längere Texte in kleinere, kohärente Abschnitte unterteilt werden können.

Dabei geht der Algorithmus davon aus, dass sich das verwendete Vokabular zwischen Absätzen deutlich ändert.

Die Verteilung ausgewählter Begriffe über den Text wird betrachtet. Dabei werden Füllwörter entfernt um eine aussagekräftige Verteilung zu erhalten.

  1. Der Text wird in Tokens unterteilt
    1. Entfernen von Stoppwörtern
    2. Lemmatisierung der Wörter
    3. Aufteilung in “Pseudo Sätze” (Gruppen von tokens mit fester Größe)
  2. Berechnung der Wortfrequenz
    1. Für jedes Token wird die Häufigkeit im Pseudosatz bestimmt.
  3. Berechnung der Ähnlichkeit
    1. Wortfrequenzen in Pseudosätzen werden als Vektoren verwendet.
    2. Verwendung von Kosinusähnlichkeit zwischen benachbarten Pseudosätzen
  4. Ähnlichkeitsanalyse
    1. Ähnlichkeit benachbarter Themen wird bestimmt.

Stellen mit besonders niedriger Ähnlichkeit werden als Grenzen zwischen verschiedenen Themen erkannt.

Verweisende Ausdrücke

Nominalphrasen: “Die Präsidentin” “Das rote Auto”
Pronomina: “Er”, “sie” “jener”
Eindeutige Identifikatoren: “Linonel Messi” “Berlin” “ISBN 0815-1234-5678”
Titel / Rollen: “Der Bürgermeister”
Demonstrativa: “Diese Theorie” “Jene Ergebnisse”

Kohärenzrelationen

Es gibt dabei fünf Haupttypen von Relationen:

Parallelbeziehung

Beispiel:
“Rich man wants more power. Poor man wants more food”

Ausarbeitungsbeziehung

Beispiel:
“Dorothy was from Kansas. She lived in the great Kansas prairies”

Ursache und Wirkung

Beispiel:
“Jack cannot afford to buy a car. He lost his Job”

Kontrast

Beispiel:
“Hope for the best. Prepare for the worst.”

Gelegenheit

Beispiel:
“Jack failed in the exam. He started to work hard.”

  1. Jack went to town to buy a toy
  2. He took a bus to the shopping mall
  3. He needed to buy a toy for his child
  4. It is Jane’s Birthday
  5. He also wanted to buy some books for weekend reading

Algorithmen zur Koreferenzauflösung

Englisch: “Coreference Resolution (CR)”
hat die Aufgabe, alle sprachlichen Verweise und Erwähnung auf Entitäten aufzulösen.

Verbreitet sind drei Algorithmen:

  • Hobbs-Algorithm
  • Centering-Algorithmus
  • Log-lineares Modell

Centering-Algorithmus

Der Algorithmus basiert auf der Annahme, dass jeder Diskurs einen zentralen Fokus besitzt. Dieses bleibt über mehrere Sätze hinweg konstant, bevor es wechselt.

Dieses Zentrum ist oft der Bezugspunkt der Pronomen oder Referenzen. Dabei können einige Zentren in der Zukunft und in der Vergangenheit liegen.

Centering-Ablauf

Der Algorithmus besteht aus drei Teilen:

  • Anfangseinstellungen
  • Einschränkungen
  • Regeln und Algorithmus

Anfangseinstellungen

Seien zwei aufeinanderfolgende Äußerungen.
Das rückblickende Zentrum von , geschrieben als bezeichnet den Fokus nach der Interpretation von .
Vorausblickende Zentren von , geschrieben als bilden eine geordnete Liste von Entitäten in , die als dienen können.
ist das höchstrangige Element von , das in erwähnt wird.
Reihenfolge der Entitäten in : Subjekt > Existenzprädikat Nominal > Objekt > indirektes Objekt > abgrenzende adverbiale Präpositionalphrase
Sei das höchstrangige vorausblickende Zentrum.

Einschränkungen

Für jede Äußerung mit in einem Diskurssegment :

  • Es gibt genau ein
  • Jedes Element der -Liste für muss in realisiert werden, d.h. es muss dort explizit erwähnt oder referenziert werden.
  • Das Zentrum ist das höchstrangige Element von , das durch realisiert wird.

Algorithmus

Für jede Äußerung mit in einem Diskurssegment :

  • Regel 1:
    Wenn einige Elemente von als Pronomen in realisiert werdren, dann auch
  • Regel 2:
    Übergangszustände sind so geordnet, dass die Abfolge von Continue über Retains, Smooth-Shift und Rough-Shift bevorzugt wird.

Die Beziehungen zwischen und zweier Äußerungen bestimmt die Kohärenz zwischen zwei Worten. Die Centering Theory stuft die Kohärenz benachbarter Äußerungen mit Übergängen, die durch folgende Kriterien bestimmt werden:

  • bleibt von zu gleich oder nicht
  • Diese Entität stimmt mit dem höchstrangigen vorausblickenden Zentrum von überein oder nicht
ContinueSmooth-Shift
RetainRough-Shift

Der Algorithmus, basierend auf diesen Regeln und Bedingungen wird wie folgt definiert:

  1. Erstelle alle möglichen Kombinationen
  2. Filtere diese Kombinationen durch Einschränkungen und Centering-Regeln
  3. Ranke verbleibende Kombinationen nach Übergängen

Centering-Beispiel

Betrachtet werden folgende Sätze:

  • : Jane heard some beautiful music at the CD Store
  • : She played it to Mary
  • : She bought it

Die Zentren für sind entsprechend:

  • : {Jane, music, CD Store}
  • : Jane
  • : Undefined

hat zwei Pronomen: “She” und “it”. “She” ist syntaktisch nur mit “Jane” kompatibel, “It” nur mit “Music” oder “CD-Store”.
Wenn “It” auf “Music” bezogen wird, lautet das Ergebnis:

  • : {Jane, music, Mary}
  • : Jane
  • : Jane
    Continue, da und nicht definiert ist.

Wenn “it” auf “CD Store” bezogen wird ändert sich

  • : {Jane, CD Store, Mary}
  • : Jane
  • : Jane
    Continue, da und nicht definiert ist.

Da beide auf Continue abbilden, wird auf “music” statt auf “CD Store” verwiesen.

Nun wird betrachtet:
“She” ist entweder mit “Jane” oder “Mary” kompatibel, während “it” mit “music” kompatibel ist.
Wenn “She” sich auf “Mary” bezieht () lautet das Ergebnis:

  • : {Mary, music}
  • : Mary
  • : Mary
    Ergebnis ist Smooth-Shift da aber

Da Continue gemäß Regel 2 gegenüber Smooth-Shift bevorzugt wird, sollte “Jane” als Referent zugewiesen werden, sodass der Centering-Algorithmus in dieser Situation funktioniert.

Transfer Learning in LLMs

Mit diesem Ansatz ist es lohnenswert das Basismodell mit mehr Daten zu trainieren, da es für verschiedene Aufgaben weiterverwendet werden kann.

Transfer Learning

Homogenes Transfer Learning

Quell- und Zieldomäne haben ähnliche Aufgaben und Daten. Die erlernten Merkmale und Strukturen lassen sich effizienter übertragen und liefern mit kleinen Anpassungen bereits gute Resultate.

Heterogenes Transfer Learning

Hier sind Daten und Aufgaben sehr verschieden. Beispielsweise wenn ein Basismodell auf die Klassifikation von Bildern trainiert wurde und nun zur Generierung von Texten genutzt werden soll.

Die Unterschiede erschweren die Anwendbarkeit des Basismodells, es sind umfangreiche Anpassungen nötig.

Warum ist das besser als ein untrainiertes Modell?

Auch wenn die Art der Aufgaben sehr unterschiedlich ist, kann ein Teil der Muster übereinstimmen.
Beim weiteren Training kann eine Art “Converter” entstehen, um die zunächst inkompatiblen Informationsformate ineinander umzuwandeln.

Domänenunterschiede

Die Unterschiede zwischen den Domänen werden mit vier grundlegenden Ansätzen reduziert.

  • Instanzbasiert
  • Merkmalbasiert
  • Parameterbasiert
  • Relationalbasiert

Instanzbasiert

Proben aus der Quelldomäne werden durch Gewichtung angepasst um sie in der Zieldomäne besser nutzen zu können.
Die Datenpunkte werden als unterschiedlich gewichtet, entsprechend ihrer Anwendbarkeit für die Zieldomäne.

Diese Strategie ist Modell- und Datentypsunabhängig. Sie lässt sich sehr gut an verschiedene Aufgaben anpassen.

Merkmalbasiert

Modifikation einer Domäne um die Lücke zwischen Quelle und Ziel zu verringern. Anwendbar wenn die Zielvariablen identisch sind.

Asymmetrische Merkmalsumwandlung (Für Sentiment-Analyse):
Beispielsweise die Wandlung eines auf Filmrezensionen trainierten Modells auf Produktbewertungen. Das Modell soll in beiden Fällen die Stimmung der Kunden aus den Bewertungen erkennen.

Symmetrische Merkmalsumwandlung (Für Dokumentenklassifikation):
Trainiert auf Nachrichten, soll auch mit wissenschaftlichen Artikeln arbeiten.
Es werden beide Domänen in einen gemeinsamen Merkmalsraum transformiert (symmetrisch)

Parameterbasierte Methoden

Basiert auf der Annahme, dass ähnliche Aufgaben auch ähnliche Modellstrukturen aufweisen.
Wissen wird übertragen, indem Parameter zwischen den Modellen der Quell- und Zieldomäne geteilt werden.

Relationalbasierte Methoden

Relationale Methoden übertragen Wissen, indem sie Muster in den Strukturen von Quell- und Zieldaten erkennen. Trotz Unterschiede in den Inhalten selbst können die Beziehungen ähnlich sein.

Rekurrente Neuronale Netze (RNNs)

Sprache enthält einen fundamentalen Aspekt der Zeit. Sowohl gesprochene Sprache, als auch schriftliche Texte enthalten eine zeitliche Reihenfolge.
Bisher beschriebene Modelle berücksichtigen diesen Aspekt nicht, alle Eingaben werden gleichzeitig verarbeitet.

Bei Feed-Forward Netzen wird mit einem Sliding-Window gearbeitet, damit nur eine begrenzte Anzahl von Wörtern betrachtet wird um Vorhersagen zu treffen.

In RNNs ist ein Mechanismus integriert, der direkt mit der sequenziellen Natur der Sprache umgeht und sie ohne willkürlich festgelegten Fenstergrößen behandelt.
Durch Rückkopplung können sie vorherige Kontexte repräsentieren, somit können Entscheidungen auch aufgrund von vorherigen Entscheidungen getroffen werden.

Typische Anwendung von RNNs sind

  • Sprachmodellierung:
    Vorhersage von Wortfolgen basierend auf vorherigem Text
  • Textklassifikation
    Aufgaben wie Sentimentanalyse
  • Sequenzmodellierung
    Aufgaben wie PoS Tagging

Die zyklische Struktur macht RNNs besonders leistungsstark bei der Verarbeitung zeitlicher Daten, birgt jedoch auch einige Herausforderungen.
Die Struktur erschwert das Verständnis der Funktionsweise des Netzwerks.
Auch das Training ist schwieriger, da bei besonders langen Sequenzen der Gradient verschwinden oder explodieren kann (Diminishing and Exploding Gradients)

Elman-Netze

Auch “einfache rekurrente Netze” sind eine eingeschränkte Architektur die sich für die Sprachverarbeitung als äußerst effektiv erwiesen haben.

Links dargestellt ist ein Elman-Netz, bei dem nur die Neuronen in einer versteckten Schicht rekurrent verbunden sind. Rechts in der Abbildung ist ein vollständig verbundenes rekurrentes neuronales Netz dargestellt.
Da deutlich weniger Verbindungen vorhanden sind ist das Training und die Nachvollziehbarkeit von Ergebnissen erleichtert.

Bei der Berechnung eines Ergebnisses werden dabei die neuen Eingaben mit Informationen aus vorherigen Zeitpunkten kombiniert.
Dabei kann der Kontext bis zum Beginn der Sequenz zurückreichen.

Um zu berechnen, wird der Eingang mit der Gewichtsmatrix multipliziert und die versteckte Schicht des vorherigen Zeitschritts mit der Gewichtsmatrix .
Diese Werte werden addiert und durch eine gewählte Aktivierungsfunktion geleitet um den Aktivierungswert der aktuellen versteckten Schicht zu erhalten.

In der Darstellung sind die jeweiligen Eingaben aus der Eingabesequenz.
Die sind das Feedback aus allen vorherigen Schritten.

Wortschatz

Der Wortschatz eines Modells ist die Menge aller einzigartigen Wörter die verwendet werden.
Die Größe des Wortschatzes wird mit dargestellt. Sie gibt die Anzahl der in Trainings- und Testdatensatz vorkommenden Wörter an.

Embedding Matrix

Repräsentiert die Einbettung der Wörter im Wortschatz. Jedes Wort wird durch einen Vektor in einem kontinuierlichen Raum dargestellt.

Bei einem Wortschatz der Größe und einer Embedding-Dimension hat die Embedding-Matrix die Dimension .
Jede Spalte der Matrix stellt den Embedding Vektor eines bestimmten Wortes dar.

Architektur

Die Eingabe besteht dabei aus einer Reihe aus Wörtern , jedes dargestellt als ein One-Hot-Vektor der Größe .
Die Embedding Matrix enthält die Embeddings für alle Wörter .

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wort am Index das nächste Wort ist, beträgt

Bewertung

RNNs sind besonders gut im Umgang mit Sequenzdaten, wie Sprache, Zeitreihen oder Musik.
Sie können Eingaben beliebiger Länge verarbeiten, was sie von den klassischen Neuronalen Netzen mit fester Eingabegröße abhebt.

Durch das Vanishing Gradient Problem haben diese Modelle teilweise Schwierigkeiten von langfristigen Abhängigkeiten zu lernen. Sie werden aufgrund ihrer Natur nicht parallelisiert trainiert, da jeder Schritt auf dem vorherigen aufbaut.
Auch neigen sie besonders zu Overfitting, insbesondere bei kleineren Datensätzen.

Long Short-Term Memory (LSTM) Network

Ist eine besondere Art von RNN um das Problem der explodierenden oder verschwindenden Gradienten zu umgehen.
Bei längeren Sequenzen zeigt diese Architektur bessere Leistungen als ein naives RNN.

Es werden spezielle Speicherzellen eingesetzt, um Informationen auch über längere Zeiträume zu behalten.
Im Gegensatz zu klassischen RNNs wird eine innere Zelle und drei spezielle “Gates” eingesetzt.

  • Eingangsgate
    Bestimmt wie stark ein neuer Wert in die Zelle einfließt
  • Vergessensgate
    Bestimmt, wie viel eines Wertes in der Zelle verbleibt
  • Ausgangsgate
    Kontrolliert, wie stark der Zellwert für die nächste Berechnung verwendet wird

Alle Gates werden durch die Eingangsdaten aktiviert oder deaktiviert. Dabei werden ebenfalls Gewichte berechnet, die während des Trainings angepasst werden.

Die Zustände des Gates werden aus den Vektoren und berechnet.
Dabei hat das Netz drei logische Eingaben:

  • Die aktuelle Eingabe
  • Den bisherigen Verborgenen Zustand
  • Der Kontext-Wert aus der Speicherzelle

Gate-Berechnungen

Jedes Gate ist ein Vektor. Es wird berechnet als die gewichtete Summe der Eingabedaten und die dann in eine Aktivierungsfunktion (z.b. Sigmoid) gegeben werden.

  • Forget Gate:
  • Input Gate:
  • Output Gate:

Dabei sind mit und jeweils die beim Training erlernten Gewichtsmatrizen gemeint.

Bei jeder Berechnung werden zuerst die eigentlichen Eingabedaten aus dem neuen Input und dem bisherigen Zustand berechnet.

Es wird der Kontextzustand aktualisiert um die neuen Informationen zu berücksichtigen

Schließlich wird der neue verborgene Zustand unter Verwendung des aktuellen Kontextzustands und des neuen Output Gates berechnet

Hier sind und wieder trainierte Matrizen.
Das Symbol steht für die elementweise Multiplikation zweier Vektoren.

Gated Recurrent Unit (GRU)

Sind eine Art von RNN.
Sie lösen ebenfalls das Problem der Exploding Gradients und sind eine neuere und vereinfachte Variante der LSTMs.
Die Funktion von Forget-Gates und Input Gates wird in einem einzelnen Gate kombiniert.

Eine GRU-Einheit hat zwei Hauptzustände:

  • : Der verborgene Zustand zur Zeit
  • : Der Reset-Zustand. Er bestimmt, wie viel vom vorherigen Zustand beibehalten wird.

Die Werte werden nach folgenden Vorschriften berechnet

  • Update-Gate:
  • Reset-Gate:
  • Neuer Zustand:
  • Ausgabe:

Was ist ?

Mit in der Gleichung des Ausgabe-Gates ist der Vektor gemeint, der die Dimension von hat und nur Einsen enthält.

GRU-Netze sind aufgrund der einfacheren Architektur leichter zu trainieren als LSTMs, zeigen aber oft vergleichbare oder bessere Leistungen.
Sie sind also eine leistungsfähige und effiziente Alternative zu LSTM-Netzen.

Transformer

Sie wandeln jeweils von oder in eine interne Informationsdarstellung um. Der Encoder verwendet dabei Attention um Informationen zu gewichten, bevor sie in der internen Darstellung gespeichert werden.

Attention-Mechanismus

Mit Attention können Modelle bestimmte Teile der Eingabe stärker gewichten. Dadurch bleibt der Fokus auf relevanten Informationen.

Welche Teile im Fokus stehen hängt dabei von der Eingabe selbst ab.

Self-Attention

  1. Eingaberepräsentation
    Jedes Wort oder Token wird als Vektor dargestellt. Dieser wird typischerweise aus Einbettungen abgeleitet
  2. Abfrage-, Schlüssel- und Wertvektoren
    Für jedes Wort der Eingabe werden drei Vektoren erzeugt
    1. Abfragevektor
      Repräsentiert das Wort für das Informationen gefunden werden sollen
    2. Schlüsselvektor
      Repräsentiert potenzielle Wörter, die relevante Informationen liefern könnten
    3. Wertvektor
      Enthält die tatsächlichen Informationen die aus den Attention Scores aggregiert wurden
  3. Berechnung der Attention-Scores
    Der Attention Score zwischen einem Abfragevektor und allen Schlüsselvektoren wird in der Regel durch ein Skalarprodukt berechnet.
    Der Score misst dabei die Ähnlichkeit zwischen einer Abfrage und einem Schlüssel
  4. Normalisierung der Werte mit Softmax
    Die Werte werden vor der weiteren Verarbeitung normalisiert
  5. Gewichtete Summe der Wertvektoren
    Endgültiger Output für jedes Wort wird als gewichtete Summe der Wertvektoren berechnet. Gewicht sind dabei die Aufmerksamkeitswerte

Embedding

Eingabewörter werden mit einem vortrainierten Word Embedding in Vektoren umgewandelt.

Zur Verarbeitung werden alle Vektoren zu einem Tensor zusammengefasst.
Jede Zeile des Eingabetensors entspricht so einem Embedding-Vektor.
All diese Vektoren haben die selbe Länge.

Einzelschritte: Query, Key und Value

Diese Vektoren werden verwendet um die Wichtigkeit des Tokens im Verhältnis zu anderen Tokens zu bestimmen. Dabei werden alle drei Vektoren gleichzeitig für alle Eingaben berechnet, indem der Eingabetensor mit lernbaren Gewichtsmatrizen multipliziert wird.

Jede Zeile des resultierenden Tensors entspricht dabei dem Vektor eines Eingabetokens.

Attention Score

Man berechnet das Skalarprodukt. zwischen jedem Abfrage- und jedem Schlüsselvektor. Anschließend werden die Werte mit “SoftMax” normalisiert.
Diese Operation wird als Matrixmultiplikation der und Tensoren realisiert. Jeder Wert der Ausgabematrix entspricht einem Skalarprodukt.

Die Werte in der Produktmatrix werden durch geteilt um die Größe der Zahlen zu begrenzen.
Dabei ist die Dimension des Key-Vektors. (Also die Anzahl Spalten der untransponierten -Matrix)

Attention Heads

Sind eine Möglichkeit gleichzeitig mehrere Aspekte der Eingabedaten zu analysieren.

  • Lernfähige Gewichtsmatrizen
    Jeder Head besitzt eigene Gewichtsmatrizen die beim Training optimiert werden.
  • Parallele Verarbeitung
    Die Berechnungen lassen sich gleichzeitig ausführen
  • Vielfältige Informationsaufnahme
    Verschiedene Merkmale können fokussiert werden. (Syntax / Semantik)
  • Aggregation der Resultate
    Ausgabe aller Heads werden zusammengeführt um eine umfassende Repräsentation zu erzeugen.
  • Erweiterte Modellkapazität
    Mehrere Heads erhöhen die Fähigkeiten des Modells, ohne die Gesamtzahl der Parameter stark zu erhöhen

Feed-Forward-Netze

Residuenverbindungen

Auch “Skip-Verbindungen” umgehen Schichten in einem Neuronalen Netz um einen einfacheren Informationsfluss zu ermöglichen.
In der Transformer Architektur werden solche Verbindungen im Encoder- und im Decoder Teil verwendet.

In tieferen Netzen wird so die Informationspropagation durch das Netz verbessert und somit die Lernfähigkeit erhöht.

Das Lernen komplexer Zuordnungen zwischen Eingabe- und Ausgabesequenzen wird erleichtert, das Lernen allgemeiner Merkmale wird gefördert.
Modelle mit diesen Skip-Layern sind weniger zu Overfitting geneigt und verallgemeinern besser auf neuen Daten.

Encoder

Wie auch der Decoder enthält der Encoder die folgenden Komponenten:

Der Encoder nimmt eine Sequenz von Token als Eingabe und berechnet eine Sequenz von Vektoren, die eine Codierung der Eingabe darstellen.

Er besteht aus einem Stapel von identischen Schichten. Jede Schicht enthält folgende Sublayer:

Encoder: Feed-Forward-Netz-Schicht

Die Eingabe dieser Schicht besteht aus Vektoren, die aus der vorhergegangenen Multi-Head-Self-Attention-Schicht stammen. In diesen Vektoren sind bereits Informationen über die Eingabesequenz enthalten.

Erst wird der Eingabevektor in einen höherdimensionalen Raum umgewandelt um mehr Kapazität für Repräsentationen zu erreichen.
In diesem Raum wird eine nicht lineare Transformation wie ReLU durchgeführt um auch komplexe Muster zu erkennen.
In einer zweiten Transformation wird der Vektor wieder auf seine ursprüngliche Dimension reduziert.
Ausgabe ist somit ein Vektor, der eine nicht-lineare Transformation widerspiegelt und an die nächste Schicht weitergegeben werden kann.

Nach jedem Sublayer (wie der Attention-Schicht oder dem FFN) wird die Eingabe des Sublayers mit seiner Ausgabe addiert.
Diese Addition ist die Anwendung der Residualverbindung.

Layer-Normalisierung

Um die Trainingsstabilität zu verbessern wird dieser Schritt auf den Eingaben jeder Schicht angewandt.
Dabei wird der Mittelwert und die Standardabweichung der Elemente des Eingabevektors berechnet.
Die Normalisierung erfolgt abhängig von beiden Zahlen:

Decoder

Erhält als Eingabe die Ausgabe des Encoders, zusammen mit dem bisher generierten Ausgabetext.
Alle Generierten Wörter bis werden verwendet um Wort zu generieren.

Grenzen der Transformer

Hauptproblem ist die Skalierung des ‘self-Attention-Mechanismus’. Da jedes Token mit jedem anderen kombiniert werden muss, liegt hier eine Quadratische Abhängigkeit in Größe und Rechenzeit vor.

Bei sehr langen Sequenzen werden erhebliche Mengen Speicher und Rechenzeit zur Verarbeitung notwendig. Aus diesem Grund sind Kontextfenster in ihrer Größe begrenzt.

Optimierungsansätze

Sparse Attention Mechanismen:
Statt alle Kombinationen zu erlauben, reduziert dieser Ansatz die Zahl der erlaubten Kombinationen. Nur eine Teilmenge der Tokens wird miteinander in Beziehung gesetzt.
Für die genaue Einschränkung gibt es verschiedene Ansätze.

BERT

Bidirectional Encoder Representations from Transformers ist ein vortrainiertes Modell von Google.

Bietet eine umfassende Kontextanalyse durch sein Vortraining mit MLM.

Nach dem Vortraining kann das Modell auf spezifische Anwendungsarten trainiert werden

Wie auch einfache N-Gramm Modelle werden bei Large Language Models Wahrscheinlichkeiten an Wortsequenzen zugewiesen. Unterschied ist das Training. Bei LLMs wird mit Maskierung gearbeitet um ein Folgewort einer Sequenz vorherzusagen. Bei N-Grammen wird nur mit den Häufigkeitswerten gearbeitet.
Obwohl nur trainiert wird einzelne Worte vorherzusagen, wird nützliches Sprachwissen erworben.

Architekturen

Encoder only

Diese Architektur ist besonders gut geeignet für Aufgaben bei denen keine großen Sequenzen generiert werden müssen. Für Klassifikationsaufgaben ist die Fähigkeit nützlich, große Texte umfassend zu analysieren und zu verstehen.

Encoder-Decoder

Besteht aus einem Encoder und einem Decoder. Eignet sich für Aufgaben bei denen Inputsequenzen in Ausgabesequenzen umgewandelt werden müssen. Beispielsweise in der maschinellen Übersetzung sind diese Modelle beliebt.
Auch Anwendungen wie die Erkennung gesprochener Sprache, also die Transformation von Akustik zu Wörtern ist ein beliebtes Einsatzgebiet.

Da sie sehr ressourcenintensiv sind, ist es für kleinere Ideen sinnvoller sparsamere Modell zu verwenden.

Decoder Only

Modelle wie GPT oder auch “Left-To-Right LLMs” oder “Autoregressive LLMs” generieren Text von ‘links’ nach ‘rechts’. Es wird stets die aktuelle Sequenz vervollständigt.

Auch solche Sequenzgenerierungsmodelle können für Klassifikationsaufgaben verwendet werden. Dazu wird die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Optionen verglichen.

Mittels Sampling wird aus den wahrscheinlichsten Worten eines ausgewählt und als Ausgabe verwendet.

Sampling

Beim Sampling wird zur Erstellung natürlicherer Texte ein Teil der Ausgabetokens zufällig gewählt. Es wird nicht das wahrscheinlichste Wort gewählt sondern eine seltenere Fortsetzung der Sequenz gewählt.
So kann die Ausgabe vielfältiger und lebendiger wirken, opfert aber eventuell Genauigkeit der Ergebnisse.

Es kommt häufig vor, dass auch sehr unwahrscheinliche Worte vorhergesagt werden. Grund ist, dass im sog. ‘Tail’ der Verteilung extrem viele, sehr unwahrscheinliche Worte liegen.
Um dem entgegenzuwirken kann die Berechnung in zwei Schritten, mittels einer engeren Auswahl erfolgen.

Top-k Sampling

Es wird die Liste der Top wahrscheinlichsten Worten in eine engere Auswahl genommen. Mit nach einer Normierung der Wahrscheinlichkeiten wird eine gültige Verteilung erreicht, die aber Unterschiede in den Wahrscheinlichkeiten beibehält.

Top-p Sampling

Statt einer festen Anzahl Wörter wie bei Top-k Sampling soll eine dynamische Zahl Wörter verwendet werden, sodass eine feste Menge der Gesamtwahrscheinlichkeit enthalten ist.

Für eine Verteilung ist das Top-p-Vokabular die kleinste Menge von Wörtern mit

Temperature Sampling

Statt die Verteilung abzuschneiden wird sie hier umgeformt. Beim Sampling mit ‘niedriger’ Temperatur wird die Wahrscheinlichkeit der wahrscheinlichsten Wörter erhöht, während die der seltenen Wörter verringert wird.

Statt wird berechnet.

Werte nahe resultieren in einer weniger explorativen, nahezu deterministischen Wortwahl. Große Werte bevorzugen die Wahl von selteneren Fortsetzungen und erhalten so eine vielfältige Sprache, opfern jedoch einen Teil der Kohärenz.

Pretraining

Das Pretraining ist selbstüberwacht, d. h., dass keine explizit gelabelten Daten eingesetzt werden. Das Modell verwendet stattdessen immer das nächste Token als Label und versucht, dieses vorherzusagen.

Als Loss-function wird “Cross Entropy Loss” verwendet.
Dabei ist die korrekte Wahrscheinlichkeitsverteilung und die vorhergesagte Verteilung.
Der Gesamtfehler berechnet sich nach folgender Vorschrift:

Da die korrekte Verteilung das nächste Wort kennt, ist die Wahrscheinlichkeit für alle Wörter außer dem korrekten .
Somit vereinfacht sich die Berechnung in diesem Anwendungsfall:

Finetuning

Fine-tuning hat vier verschiedene Bedeutungen. Dabei wird in allen Fällen ein Teil der Parameter an neue Daten angepasst werden.

Fortgesetztes Pretraining

Alle Parameter des Modells werden mit neuen Daten weiter trainiert.
Unter Verwendung derselben Loss-function und Methodik wie im Pretraining wird so gehandelt, als ob der ursprüngliche Datensatz erweitert wurde.

Parametereffizientes Finetuning (PEFT)

Es werden aufgrund der großen Menge an Parametern nur ein Teil der Gewichte weiter Trainiert. Alle anderen werden ‘eingefroren’ und beibehalten.

Low Rank Adaptation LoRA

Sei eine Matrix der Form die aktualisiert werden muss. Diese wird in zwei Matrizen und zerlegt. Da gewählt wurde um klein zu sein (z.B. 1 oder 2) ist die Berechnung der Optimierung deutlich schneller.
Der Effekt wird durch das spätere Zusammenführen auf mehrere Gewichte angewendet. So ist das Training weniger präzise, aber deutlich schneller.

Bewertung von LLMs

Perplexität

Misst wie ‘verwirrt’ das Modell ist, wenn es versucht, den nächsten Teil des Textes vorherzusagen. Bei niedrigen Werten ist das Modell in der Lage Vorhersagen zu machen, die sinnvoll sind und gut zueinander passen.
Hohe Werte zeigen, dass der Text für das Modell unverständlich ist.

Da die Perplexität sensibel gegenüber Länge von Eingaben und Tokens ist, funktioniert sie am besten wenn ähnliche Modelle verwendet werden.

Andere Faktoren

  • Größe: Die verwendete Menge an Speicherplatz und GPU Verbrauch
  • Energieverbrauch: Kann in kWh gemessen werden, oder in ausgestoßenem CO2
  • Fairness: Prüft das Vorhandensein von Stereotypen

Skalierung

Die Leistung von großen Modellen hängt von ihrer Größe ab. Mit mehr Parametern und größeren Trainingsdatensätzen steigt die Qualität der Modelle.

Es wird unterschieden zwischen reinen Chatbots und (Aufgabenbasierten) Dialogsystemen unterschieden.
Während die Chatbots nur für Unterhaltungen gebraucht werden können, sind die Agenten auch in der Lage mit Schnittstellen von Autos/Robotern oder anderen Smarten Geräten zu kommunizieren.

Aufgabenbasierte Dialogagenten

Bisherige Systeme verwenden eine Rahmenbasierte Architektur, bei der die Struktur der Aufgabe fest vorgegeben ist und gewisse Slots mit dynamischen Werten gefüllt werden.

Konversationsregeln

Da Konversationen abwechselnde Handlungen der beiden Partner erfordern, ist es wichtig diese Wechselpunkte im Gespräch zu erkennen.

Dabei kann die Länge eines vollständigen “Zugs” stark variieren.
Auch sind Pausen im Satz häufig, wenn ein Teilnehmer innehält um beispielsweise seine nächsten Worte zu wählen.

Sprechakte

  • Konstative Akte
    Beschreiben oder informieren über einen Sachverhalt
  • Direktive Akte
    Fordern den Hörer zu einer bestimmten Handlung auf.
  • Kommissive Akte
    Verpflichten den Sprecher zu einer zukünftigen Handlung
  • Expressive Akte
    Äußern Gefühle oder emotionale Zustände

Grounding

Bezeichnet den Prozess, durch den Gesprächspartner sicherstellen, dass sie ein gemeinsames Verständnis über Inhalt und Verlauf ihres Dialogs haben.

In Gesprächen wird dies durch direkte Bestätigungen (‘ja’, ‘genau’ etc.) oder Wiederholungen und Paraphrasen erreicht.
Auch Nonverbale Signale wie Kopfnicken haben diesen Effekt.

In anderen Mensch-Maschine-Interaktionen wird Grounding auch verwendet. Beispielsweise bei Aufzugknöpfen. Das Leuchten nach der Betätigung dient nur dazu, dem Nutzer die Aktivierung zu bestätigen.

Konversationsstruktur

Bestimmte Strukturen sind sehr häufig. Beispielsweise folgt auf eine Frage meist eine Antwort, auf einen Vorschlag eine Akzeptanz oder eine Ablehnung.
Diese Muster helfen Systemen dabei, geeignete Aktionen zu bestimmen.

Subdialoge

Beide Gesprächspartner können einen Subdialog starten, um Missverständnisse schnell aufzulösen oder fehlenden Kontext zu erfragen damit mit einer ursprünglichen Frage weitergearbeitet werden kann.

Präsequenzen

Manche Fragen werden durch eine Präsequenz eingeleitet

A: Can you make train reservations?
B: Yes I can.
A: Great, please reserve ...

Schlussfolgerungen

Manche Informationen sind implizit im Kontext enthalten. Diese zu extrahieren ist für Maschinen sehr schwierig.

A: And what day in May did you want to travel
B: Ugh, I need to be there for a meeting from the 12th to the 15th.

Die gewünschte Reisezeit ist vermutlich einen Tag vor dem Termin des Meetings.